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Waldbrandbekämpfung // WFF

Seit nunmehr fast 10 Jahren befasst sich @fire mit der Ausbildung ihrer Mitglieder in der überregionalen Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung und verfügt so mittlerweile über ständig einsatzbereite Spezialkräfte. Diese Crews sind spezialisiert auf

  • den Schutz von Häusern (structure protection)
  • den schnellen Erstangriff eines Brandherdes (initial attack) ggf. auch per Helikopter
  • das direkte Arbeiten an der Flammenfront (hot lining)
  • das indirekte Arbeiten an der Feuerfront durch Anlegen von Schutzschneisen und dem Ausbrennen dieser Schneisen (Burnout)

Der Vorteil dieser Crew ist die schnelle Einsatzbereitschaft, der problemlose Transport und die hohe Mobilität. Nicht nur in schwer zugänglichen Regionen hat sich diese Einsatzform bewährt. In der Kombination mit Wasserabwürfen von Flugzeugen / Helikoptern und sofern das gelände zugänglich ist mit Löschfahrzeugen kann eine Handcrew dann ihre volle Schlagkraft entfalten.

Eine schnelle Einsatzbereitschaft ist dadurch gegeben, dass für den Transport alle Einsatzmaterialien wie Handwerkzeuge, Motorkettensägen, kleine Pumpen mit Schläuchen und Armaturen, Kommunikations- und Einsatzlogistik in Transportkisten verpackt und ständig einsatzbereit sind. Eine Handcrew umfasst je nach Einsatzlage 10 bis 20 Mitglieder.

@fire zu Gast beim HELI-DAY von Agrarflug-Helilift

HELI-DAY

Die Firma Agrarflug Helilift GmbH Co KG ist mit ca. 50 Hubschraubern eine der größten Helikopter-Firmen Europas. Neben Flügen für die Land- und Forstwirtschaft, Event- und Arbeitsflügen, Filmproduktionen und vielem mehr, liegt ein großes Betätigungsfeld auch in humanitären Einsätzen und in der Waldbrandbekämpfung. Das vierzigjährige Bestehen der Firma Agrarflug Helilift wurde an der Stammwerft in Ahlen mit dem HELI-DAY 2016 am Sonntag, den 05. Juni gefeiert. Tausende Besucher konnten den ganzen Tag mit fünf Hubschraubern Rundflüge erleben, Fallschirmspringer, Modellhubschrauber und Oldtimer bestaunen. Für die kleinen Besucher gab es viele Attraktionen, unter anderem eine Hüpfburg in Hubschrauberform.

Neben der DRF-Luftrettung, der Feuerwehr Ahlen war auch @fire mit einem großen Stand vertreten. 13 @fire Mitglieder aus ganz Deutschland stellten den zahlreich interessierten Besuchern die Arbeit unserer Hilfsorganisation vor, zeigten Werkzeuge, Löschrucksäcke, ein Tank-Pumpen-Modul (Slide on Unit) und ein Multifunktionstransporter der Firma Rosenbauer auf einem Mercedes Sprinter Fahrgestell (OSIRAS).

Höhepunkte des Tages waren zwei Waldbrandübungen!

Von erfahrenen @fire Waldbrandbekämpfern wurden Feuer entzündet. @fire Helitack Crews wurden vom Hubschrauber aufgenommen und am Feuer abgesetzt. Dort legten sie Wundstreifen an, um die Ausbreitung zu verhindern und übernahmen die Nachlöscharbeiten, nachdem der Hubschrauber mit einem Bambi-Bucket mit 1.500 Litern Inhalt mehrere Löschwasser-Abwürfe durchgeführt hat. Hierbei kam auch ein ICONOS-Löschmodul zum Einsatz. Dieses wurde von einem Hubschrauber an der Einsatzstelle abgesetzt und mit Hilfe des Löschwasser-Außenlastbehälters vom Hubschrauber befüllt. Hierbei zeigte der Pilot sein fliegerisches Können. ICONOS hat damit ein System entwickelt, welches auf verschiedene Weisen transportiert werden kann und in Gebieten mit schlechter Wasserversorgung als Pufferbehälter für Nachlöscharbeiten geeignet ist.

Den fachkundigen Zuschauern wurde bei diesen Übungen deutlich, dass die @fire Vorgehensweise eine gute Alternative ist und der frühzeitige Einsatz von Hubschraubern nicht nur bei der Waldbrandbekämpfung im Gebirge, sondern auch im Flachland, beispielsweise in weitläufigen Moorgebieten, durchaus sinnvoll ist und viel schneller und kräfteschonender zu Löscherfolgen führen kann.

Die @fire Waldbrandbekämpfer sind spezialisiert auf die Bekämpfung von Bränden an schwer zugänglichen Einsatzstellen wie zum Beispiel Berghängen und großen, unzugänglichen Wald- und Moorgebieten. Um diese Gebiete schnell zu erreichen, können die Einheiten per Hubschrauber dorthin geflogen werden. Die Hubschrauber sind auch in die direkte Brandbekämpfung mit Löschwasser-Außenlastbehältern eingebunden. Diese Behälter gibt es in fester und faltbarer Ausführung und haben Fassungsvermögen von 270 bis 5.000 Litern. Bei den Löschwasserabwürfen stehen Piloten und Bodentruppen in engem Kontakt. Die per Hubschrauber abgesetzten @fire Waldbrandbekämpfer umschließen das Feuer mit einem Wundstreifen und übernehmen dann die Nachlöscharbeiten durch Freilegen von Glutnestern mit Handwerkzeugen und Ablöschen mit Löschrucksäcken, tragbaren Pumpen und D-Schläuchen. Hierbei kommen auch Löschwasserbehälter zum Einsatz die von den Hubschraubern abgesetzt und befüllt werden. All diese Tätigkeiten erfordern von Piloten und Brandbekämpfern viel Ausbildung, Übung und Erfahrung.

Wir freuen uns, dass wir uns auf dem HELI-DAY präsentieren durften und bedanken uns insbesondere bei Robert Rücker von Agrarflug für die Betreuung. Die Verbindungen zwischen Agrarflug Helilift und @fire wurden an diesem Tag weiter gefestigt.

Helitack – Was ist das?

Das Wort Helitack setzt sich aus den englischen Begriffen „Helikopter“ und „Attack“. Also dem (Lösch-) Angriff mit Hubschrauber(n). Bei der Brandbekämpfung von Vegetationsbränden (Wald-, Moor- und sonstigen Flächenbränden) werden Hubschrauber zum Transport von Feuerwehreinheiten (Bodenmannschaften) an schwer zugängliche Stellen genutzt und zum direkten Löschen mit Außenlastbehälter eigesetzt. Insbesondere bei sich schnell ausbreitenden Bränden können durch Helitack-Crews wirksame Maßnahmen ergriffen werden. Außerdem dienen die Hubschrauber zur Erkundung und Kontrolle.

Helitack-Crews besitzen eine spezielle Ausbildung und müssen fit sein. Sie werden in der Nähe der Brände vom Hubschrauber abgesetzt und legen um das Feuer einen sogenannten Wundstreifen um die Ausbreitung zu verhindern. Als Wundstreifen bezeichnet man eine mit Handwerkzeugen hergestellte Linie, in der sämtliche Vegetation entfernt wurde. Diese Tätigkeit ist körperlich sehr anspruchsvoll.

Durch den Kontakt der abgesetzten Bodenkräfte mit den Piloten können die Löschwasserabwürfe sehr gezielt und damit effektiv vorgenommen werden. Die Crews übernehmen dann die Nachlöscharbeiten mit den Handwerkzeugen und Löschrucksäcken.

Diese Art der Brandbekämpfung wurde erstmals vor über fünfzig Jahren in Amerika praktiziert. Auch in Europa setzt man seit Jahrzehnten Hubschrauber zur (Wald-) Brandbekämpfung ein, beispielsweise in Spanien, Portugal und im Alpenraum.