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Waldbrandbekämpfung // WFF

Seit nunmehr fast 10 Jahren befasst sich @fire mit der Ausbildung ihrer Mitglieder in der überregionalen Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung und verfügt so mittlerweile über ständig einsatzbereite Spezialkräfte. Diese Crews sind spezialisiert auf

  • den Schutz von Häusern (structure protection)
  • den schnellen Erstangriff eines Brandherdes (initial attack) ggf. auch per Helikopter
  • das direkte Arbeiten an der Flammenfront (hot lining)
  • das indirekte Arbeiten an der Feuerfront durch Anlegen von Schutzschneisen und dem Ausbrennen dieser Schneisen (Burnout)

Der Vorteil dieser Crew ist die schnelle Einsatzbereitschaft, der problemlose Transport und die hohe Mobilität. Nicht nur in schwer zugänglichen Regionen hat sich diese Einsatzform bewährt. In der Kombination mit Wasserabwürfen von Flugzeugen / Helikoptern und sofern das gelände zugänglich ist mit Löschfahrzeugen kann eine Handcrew dann ihre volle Schlagkraft entfalten.

Eine schnelle Einsatzbereitschaft ist dadurch gegeben, dass für den Transport alle Einsatzmaterialien wie Handwerkzeuge, Motorkettensägen, kleine Pumpen mit Schläuchen und Armaturen, Kommunikations- und Einsatzlogistik in Transportkisten verpackt und ständig einsatzbereit sind. Eine Handcrew umfasst je nach Einsatzlage 10 bis 20 Mitglieder.

Angespannte Lage in Portugal

Bericht über die @fire Mission Portugal 2014 – Zeitraum 29.08. - 01.09.14

Die Lage ist angespannt bei Temperaturen über 30 Grad und Luftfeuchtigkeiten z.T. unter 30 Prozent herrscht eine hohe Gefahrenstufe. Alle „Zutaten“ für Feuer sind vorhanden und auch den portugiesischen Kollegen ist die Anspannung anzumerken. Nach morgendlichem Sport und einer Frühbesprechung trainierte das Team gemeinsam mit beiden Feuerwehren die Rettung von Verunglückten aus steilem Gelände, dabei stand der Austausch der verschiedenen Vorgehensweisen und Techniken im Vordergrund.

Am Abend trafen 3 Mitglieder des Technischen Hilfswerks Ortsverband Lüchow-Dannenberg in Vila Real ein. Die in Lüchow-Dannenberg im Aufbau befindliche Schnelle Unterstützungseinheit Waldbrandbekämpfung SUEWA stellt Mannschaften zur Bekämpfung von Waldbränden im Landkreis zur Verfügung, die ähnlich wie die @fire Kräfte trainiert sind und dem Verein durch einen Kooperationsvertrag verbunden sind. Der gemeinsame Aufenthalt dient der Erweiterung des Wissens und dem Sammeln von Erfahrungen.

Am Nachmittag wurde die besondere Ausrüstung zum Gebäudeschutz demonstriert, Düsenschläuche, die eine Wasserwand um Häuser versprühen, und so die Einwirkungen des Feuers vermindern und stoppen sollen. Zugleich ging es ins Gelände um mit Hilfe von Handwerkzeugen und Kettensäge eine Feuerschneise zu schlagen, an der man ein Feuer mit Hilfe von Ausbrennen zum Stehen bringen kann.

Nach einem Alarmtraining am Morgen im Umfeld der Stadt stand ein Nachmittag am Freibad gesponsort durch die Stadt Vila Real auf dem Programm (natürlich unter Beibehaltung der sofortigen Einsatzbereitschaft).

Gemeinsam mit Feuerwehrleuten gab es abends in einem Restaurant Francesinha ein portugiesisches Gericht, das allen sehr gut geschmeckt hat. Sofort wurden Rezepte ausgetauscht, um das Essen daheim nachkochen zu können.

Die Helikoptereinheit der Nationalgarde in Ribeira de Pena hatte die Mannschaft zu einem Besuch gebeten, dem folgte man natürlich gern, um sich auszutauschen. Schnell wurde klar dass sich abseits der Zuständigkeit (Staatliche Organisation vs. Verein) kaum Unterschiede in der Arbeitsweise zeigen.

Nachdem der Alarmlevel heute auf Muito Elevado (sehr hoch) und morgen auf Maximo (maximum) erhöht wurde bzw wird sind alle Sachen noch griffbereiter als vorher gelagert. Der nationale Zivilschutz hat eine Verstärkungseinheit (Forca Especial de Bombeiros – FEB) mit 35 Mann und 10 Fahrzeugen nach Vila Real verlegt, um schneller reagieren zu können. Man kann die Trockenheit spüren und der Blick in die umliegenden Berge auf eventuelle Rauchwolken ist allgegenwärtig. Auf den Autobahnen warnen Anzeigen davor, Zigarettenkippen aus dem Auto zu werfen, da eine hohe Waldbrandgefahr herrscht. Die Situation ist mit einem Wort „höchstexplosiv“!