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Waldbrandbekämpfung // WFF

Seit nunmehr fast 10 Jahren befasst sich @fire mit der Ausbildung ihrer Mitglieder in der überregionalen Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung und verfügt so mittlerweile über ständig einsatzbereite Spezialkräfte. Diese Crews sind spezialisiert auf

  • den Schutz von Häusern (structure protection)
  • den schnellen Erstangriff eines Brandherdes (initial attack) ggf. auch per Helikopter
  • das direkte Arbeiten an der Flammenfront (hot lining)
  • das indirekte Arbeiten an der Feuerfront durch Anlegen von Schutzschneisen und dem Ausbrennen dieser Schneisen (Burnout)

Der Vorteil dieser Crew ist die schnelle Einsatzbereitschaft, der problemlose Transport und die hohe Mobilität. Nicht nur in schwer zugänglichen Regionen hat sich diese Einsatzform bewährt. In der Kombination mit Wasserabwürfen von Flugzeugen / Helikoptern und sofern das gelände zugänglich ist mit Löschfahrzeugen kann eine Handcrew dann ihre volle Schlagkraft entfalten.

Eine schnelle Einsatzbereitschaft ist dadurch gegeben, dass für den Transport alle Einsatzmaterialien wie Handwerkzeuge, Motorkettensägen, kleine Pumpen mit Schläuchen und Armaturen, Kommunikations- und Einsatzlogistik in Transportkisten verpackt und ständig einsatzbereit sind. Eine Handcrew umfasst je nach Einsatzlage 10 bis 20 Mitglieder.

Team in Portugal stellt Einsatzbereitschaft her

Bericht über die @fire Mission Portugal 2014 – Zeitraum 25.-28.08.14

Nachdem das Team seine Einsatzbereitschaft hergestellt hat, fängt das offizielle Programm an, orientierende Besuche bei beiden Feuerwehren zu neuer Ausrüstung und für Mitglieder von @fire, die zum ersten Mal Teil eines Einsatzteams sind. Überall ein großes Hallo und freundliche Gespräche zeigen, dass das Team gern gesehener Gast im Norden Portugals ist.

Die in Vila Real untergebrachte Einsatzleitung CDOS (Comando Distrital de Operacoes de Socorro) wurde besichtigt. Von hier werden die an zahlreichen Basen stationierten Flugzeuge, Hubschrauber und Bodenkräfte sowie mobile Einsatzleitstellen für größere Einsätze koordiniert.

Direkt danach ging es weiter zum CMA (Centro meios aereos) – dem Flughafen von Vila Real. Dort sind eine Helikopter-Erstangriffseinheit der Nationalgarde GIPS sowie zwei Wasserabwurfflugzeuge vom Typ Airtractor stationiert. Interessante Gespräche zwischen den Einheiten zu Taktik und Technik wurden nach einiger Zeit von einem Feueralarm unterbrochen. Die Helikoptereinheit startete zu einer Brandmeldung 10 Flugminuten entfernt, die Flugzeuge hoben zu einem Waldbrand in Zentralportugal in der Nähe von Coimbra ab.

In der Hitze des Tages startete das Team von @fire zu einer Löschübung in die Berge hinter der Stadt am Monte da Forca.

Nach dem Abendessen trafen sich die Feuerwehren der Stadt mit einer Auswahl von @fire auf dem Fußballplatz zu einem Freundschaftsspiel. Trotz des niederschmetternden Ergebnisses von 14:0 für die Gastgeber tat das der Freundschaft keinen Abbruch und man verabredete ein Turnier unter Beteiligung von @fire, beider Feuerwehren und der örtlichen Polizei für die kommende Woche.

Der Dienstagvormittag stand wieder im Zeichen des Trainings und gegen Mittag hatte der Bürgermeister zum Empfang der Gäste geladen. Detlef Maushake hatte als Überraschung eine kurze Rede in Portugiesisch entworfen, die er von einem Zettel ablas. Der Applaus zeigte die positive Wirkung der Rede und zollte den anwesenden Feuerwehrleuten beider Länder Respekt.

Im Anschluss trafen sich die Führungskräfte von @fire mit Vertretern des Rathauses und des Zivilschutzes, um das Trainings- und Besuchprogramm sowie die Einbindung in Einsätze zu besprechen. Der Rest des Teams versah seine Bereitschaft bei der Feuerwehr Cruz Branca.

Lia Dinis, eine Mitarbeiterin des CDOS und Waldbrandausbilderin beim Cruz Branca hatte zwei Präsentationen vorbereitet, welche die Brandsituation in der Region darstellten. Gemeinsam mit beiden Feuerwehren wurde Diskussionen über mögliche Taktiken und Gefahrenanalysen durchgeführt, bevor es nach dem Mittagessen zu einer Großübung ins Gelände ging. Durch enge Dorfstraßen, manchmal nur wenig breiter als die Löschfahrzeuge und vorbei an winkenden Dorfbewohnern fuhr das Team zum Übungsort oberhalb der Ortschaft Fortunho.

Der Bau einer Feuerschneise in schwieriger Vegetation und der Löschangriff mit sogenannten D-Schläuchen waren die Aufgaben des Tages, die unter Aufsicht des Bürgermeisters, des Fernsehens und weiterer Führungskräfte sehr gut absolviert wurden.

Zur Verbesserung kleinerer Mängel findet wie bei @fire auch hier eine sehr konstruktive Nachbesprechung aller Teilnehmer statt. Im Anschluss haben beide Feuerwehre sich entschlossen das Team von @fire für die derzeit überall in den Medien zu findende Cold Water Challenge zu nominieren und die „Badung“ auch gleich durchzuführen, um Zeit zu sparen. Aufgestellt für ein Gruppenfoto mit der Ausbildungsleiterin Lia Dinis kam der Wasser-Schaumsegen von oben und das Team war nass.

Nach einer Dusche ließ das Team den Abend in einer Pizzeria ausklingen. Die Waldbrandlage bleibt voraussichtlich bis zum Wochenende entspannt, dann aber sagen die Meteorologen Temperaturen bis zu 34 Grad Celsius und Sonnenscheindauern von bis zu 11 Stunden voraus ... trifft dies so ein, wird die Lage angespannter.