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Waldbrandbekämpfung // WFF

Seit nunmehr fast 10 Jahren befasst sich @fire mit der Ausbildung ihrer Mitglieder in der überregionalen Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung und verfügt so mittlerweile über ständig einsatzbereite Spezialkräfte. Diese Crews sind spezialisiert auf

  • den Schutz von Häusern (structure protection)
  • den schnellen Erstangriff eines Brandherdes (initial attack) ggf. auch per Helikopter
  • das direkte Arbeiten an der Flammenfront (hot lining)
  • das indirekte Arbeiten an der Feuerfront durch Anlegen von Schutzschneisen und dem Ausbrennen dieser Schneisen (Burnout)

Der Vorteil dieser Crew ist die schnelle Einsatzbereitschaft, der problemlose Transport und die hohe Mobilität. Nicht nur in schwer zugänglichen Regionen hat sich diese Einsatzform bewährt. In der Kombination mit Wasserabwürfen von Flugzeugen / Helikoptern und sofern das gelände zugänglich ist mit Löschfahrzeugen kann eine Handcrew dann ihre volle Schlagkraft entfalten.

Eine schnelle Einsatzbereitschaft ist dadurch gegeben, dass für den Transport alle Einsatzmaterialien wie Handwerkzeuge, Motorkettensägen, kleine Pumpen mit Schläuchen und Armaturen, Kommunikations- und Einsatzlogistik in Transportkisten verpackt und ständig einsatzbereit sind. Eine Handcrew umfasst je nach Einsatzlage 10 bis 20 Mitglieder.

Austausch an der Universität und Einsatz in Gache

Bericht über die @fire Mission Portugal 2014 – 03. + 04.09.14

Am 03.09. traf sich das Team mit Ingenieur Eduardo Carvalho an der Universität Trás-os-Montes e Alto Douro UTAD am Labor für Waldbrand- und Forstforschung.

Dort studieren angehende Forstwissenschaftler Brandverhalten, Bekämpfungsmaßnahmen und vorbeugende Waldschutzmaßnahmen in enger Kooperation mit den örtlichen Feuerwehr- und Zivilschutzbehörden.

Auf einem neigbaren Brenntisch werden Proben verbrannt, um bei verschiedenen Feuchtigkeitsgraden, Hangneigungen und Brennstoffeigenschaften Vorhersagen über die Brandausbreitung und Bekämpfungsmöglichkeiten geben zu können. In Präsentationen wurden die umfangreichen Studienbereiche der Universität von Zuwegungen und Wasserentnahmestellen über durch zu nahe Vegetation bedrohte Ortschaften bis hin zu Vegetationszuständen in Bezug auf Brennbarkeit und Feuerintervallen dargestellt. Ein intensiver Erfahrungsaustausch schloss sich an.

Das Team war gegen späten Nachmittag zu einem Besuch bei einer Kollegin eines Teammitgliedes eingeladen. Die aus Vila Real stammende Übersetzerin und ihr deutscher Mann sind derzeit zum Urlaub in Vila Real und hatten portugiesische Spezialitäten aufgefahren, die als Dankeschön für den Einsatz des Teams gedacht waren.

Am Morgen des 04.09. traten 2 Mitglieder der Mannschaft aus beruflichen Gründen geplant den Heimweg an. Kurz nach dem Eintreffen des Teams zur Bereitschaft auf der Feuerwache des Cruz Branca gab es Alarm und gemeinsam mit beiden Feuerwehren ging es über die IP 4 Richtung Gache. Eine große Rauchwolke wies den Kräften den Weg zu einem Vegetationsbrand neben einer Kiesgrube.

Zwei Helikopter der Nationalgarde mit 2 Teams waren bereits im Einsatz. Beim Eintreffen und der Absprache mit dem Einsatzleiter führte ein Wasserabwurf eines Helikopters zu einer kalten Dusche der Feuerbekämpfer. Nach kurzer Absprache setzte das Team die Hochdrucklöschanlage des Löschfahrzeuges mit Schaumzumischung zum Ablöschen brennender Reifen ein, die durch den Vegetationsbrand in Brand geraten waren. Der Rest der Mannschaft griff - wie in den vorherigen Tagen immer wieder geübt - die Flanke des Feuers mit einer sogenannten progressiven Schlauchverlegung an.

Die enge Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren, der Nationalgarde und den Sapadores Florestais (Waldbrandeinheit der Forstbehörde) sowie @fire wurde auch wieder bei dem Nachlöscharbeiten deutlich. Mit Wasser und Handwerkzeugen Schulter an Schulter wurde dafür gesorgt dass es zu keiner erneuten Entzündung kommen kann. Bei diesen Arbeiten kam es aufgrund der sehr instabilen Wetterbedingungen zu einem Rauchtornado, der von einem noch aktiven Glutnest im Brandgebiet fast 20m in die Höhe stieg und glücklicherweise mit der Kamera eingefangen werden konnte.

Nach rund 2 Stunden war auch dieser Einsatz beendet. Die vor einigen Tagen aus Sicherheitsgründen nach Vila Real verlegte Sondereinheit der FEB (Forca Especial de Bombeiros) rückte zu einem großen Feuer in den Norden des Distrikts bei Boticas ab. Die Lage bleibt trotz der lediglich ausgerufenen Stufe „Elevado“ (Erhöht) angespannt und das Team bleibt hochmotiviert einsatzbereit.