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Waldbrandbekämpfung // WFF

Seit nunmehr fast 10 Jahren befasst sich @fire mit der Ausbildung ihrer Mitglieder in der überregionalen Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung und verfügt so mittlerweile über ständig einsatzbereite Spezialkräfte. Diese Crews sind spezialisiert auf

  • den Schutz von Häusern (structure protection)
  • den schnellen Erstangriff eines Brandherdes (initial attack) ggf. auch per Helikopter
  • das direkte Arbeiten an der Flammenfront (hot lining)
  • das indirekte Arbeiten an der Feuerfront durch Anlegen von Schutzschneisen und dem Ausbrennen dieser Schneisen (Burnout)

Der Vorteil dieser Crew ist die schnelle Einsatzbereitschaft, der problemlose Transport und die hohe Mobilität. Nicht nur in schwer zugänglichen Regionen hat sich diese Einsatzform bewährt. In der Kombination mit Wasserabwürfen von Flugzeugen / Helikoptern und sofern das gelände zugänglich ist mit Löschfahrzeugen kann eine Handcrew dann ihre volle Schlagkraft entfalten.

Eine schnelle Einsatzbereitschaft ist dadurch gegeben, dass für den Transport alle Einsatzmaterialien wie Handwerkzeuge, Motorkettensägen, kleine Pumpen mit Schläuchen und Armaturen, Kommunikations- und Einsatzlogistik in Transportkisten verpackt und ständig einsatzbereit sind. Eine Handcrew umfasst je nach Einsatzlage 10 bis 20 Mitglieder.

WFF

Osnabrück (NI). Verheerende Waldbrände wüten derzeit in vielen Teilen Europas. Besonders in Schweden und Griechenland ist die Lage äußerst kritisch und aktuell gibt es keine Anzeichen für Entspannung. Beide Ländern sind am Ende ihrer eigenen Ressourcen angelangt und haben daher über den Europäischen Katastrophenschutz Hilfe angefordert.

Für Schweden sagen die Wetterdienste weiterhin hohen Temperaturen und ausbleibenden Niederschlägen für die nächsten Tagen voraus, was zu einer Verschärfung der Waldbrandgefahr führt. Erste ausländische Kräfte sind hier bereits seit Ende letzter Woche im Einsatz. In Griechenland, in der Umgebung von Athen sorgen neben den hohen Temperaturen von rund 40 Grad insbesondere der starke Wind für eine Verschärfung der Lage. Die Brände am und im unmittelbaren Ballungsraum bedrohen hier neben reiner Vegetation natürlich auch Siedlungen und Menschen.

@fire hat seine Hilfe angeboten und bereitet für beide Länder Einsatzoptionen vor. Durch die Spezialisierung auf Vegetationsbrandbekämpfung ist die deutsche Hilfsorganisation in der Lage für die jeweilige Einsatzsituation angepasste und ausgebildete Einheiten zu entsenden. Dies reicht von „HeliTac Crews“, kleinen Einheiten, die luftverlastbar, mit Hubschraubern eingeflogen werden können und die Löscharbeiten aus der Luft am Boden unterstützen, bis zu größeren, bodengebundenen Löschmannschaften. Konkret stehen die ehrenamtlichen Helfer derzeit mit einer HeliTac-Crew mit einem SuperPuma-Hubschrauber auf Abruf und ergänzen eine Einheit des Landes Mecklenburg-Vorpommern, bestehend aus einem Löschzug aus dem Landkreis Rostock, sofern von Schweden eine weitere Hilfsanfrage gestellt wird.

WFF

Auch in Deutschland herrscht aufgrund der anhaltenen Trockenheit und hohen Temperaturen erhöhte Brandgefahr. Laut Deutschem Wetterdienst wird sich die Situation bis Mittwoch/ Donnerstag flächendeckend verschärfen. Deutschlandweit gilt dann die zweit- bis höchste Warnstufe vor Wald- und Flächenbränden. Regional ist insbesondere Brandenburg betroffen. Hier war @fire bereits vor zwei Wochen zur Unterstützung lokaler Einsatzkräfte im Einsatz. Aber auch in Baden-Württemberg in der Gegend um Bad Mergentheim wird die höchste von fünf Warnstufen erreicht.

@fire ist in der Lage speziell für den Vegetationsbrand ausgebildete und ausgerüstete Einsatzkräfte zu entsenden. Von einzelnen Fachberatern, die lokale Feuerwehren bei schwierigeren Lagen über Einsatzmöglichkeiten beraten können, bis hin zu größeren Löschmannschaften, die völlig autark von jeglicher Infrastruktur im Ausland für mehrere Tage im Einsatz sind. Zudem sind die Helfer mit den international üblichen Einsatzstrukturen, wie sie auch bei Erdbeben und Naturkatastrophen angewandt werden, ausgebildet.

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Alle Helfer von @fire sind für die Bekämpfung von Vegetationsbränden speziell ausgebildet, da sich diese deutlich von Gebäudebränden, auf die die deutsche Feuerwehrausbildung ausgerichtet ist, unterscheiden. Die besonderen Herausforderungen von Vegetationsbränden liegen zum einen in der großen Dynamik die diese aufgrund von Vegetation, Topographie und Wetterbedingungen wie Wind entwickeln können. Zum anderen erschweren häufig die Dimensionen, Unübersichtlichkeit und natürlich auch hohe Temperaturen und die daraus resultierenden physischen Belastungen den Einsatz für Feuerwehrleute.

@fire orientiert sich bei Ausbildung und Ausrüstung an Ländern, die regelmäßig mit großflächigen Waldbränden zu tun haben. Die Ausrüstung umfasst daher insbesondere leichte Schutzkleidung, um die Einsatzkräfte nicht zusätzlich zu belasten, sowie Technik & Taktik, die auf wassersparende Brandbekämpfung ausgelegt ist. Das bedeutet, die Ausbreitung des Feuers wird mittels dem Anlegen von Feuerschneisen, beispielsweise durch Hacken oder aber auch kontrolliertem Feuer, verhindert. Flächen werden im Anschluss nicht flächendeckend, sondern Glutnester gezielt abgelöscht.

In Anbetracht der Wetterlage in Deutschland und der erhöhten Waldbrandgefahr verstärkt @fire auch die Ausbildungstätigkeit. Noch im August sind mehrere Termine zur Ausbildung kommunaler Feuerwehren geplant. Kurzfristig wird am 11. August eine Fortbildung für Führungskräfte zur Taktik im Waldbrandeinsatz angeboten.