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Waldbrandbekämpfung // WFF

Seit nunmehr fast 10 Jahren befasst sich @fire mit der Ausbildung ihrer Mitglieder in der überregionalen Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung und verfügt so mittlerweile über ständig einsatzbereite Spezialkräfte. Diese Crews sind spezialisiert auf

  • den Schutz von Häusern (structure protection)
  • den schnellen Erstangriff eines Brandherdes (initial attack) ggf. auch per Helikopter
  • das direkte Arbeiten an der Flammenfront (hot lining)
  • das indirekte Arbeiten an der Feuerfront durch Anlegen von Schutzschneisen und dem Ausbrennen dieser Schneisen (Burnout)

Der Vorteil dieser Crew ist die schnelle Einsatzbereitschaft, der problemlose Transport und die hohe Mobilität. Nicht nur in schwer zugänglichen Regionen hat sich diese Einsatzform bewährt. In der Kombination mit Wasserabwürfen von Flugzeugen / Helikoptern und sofern das gelände zugänglich ist mit Löschfahrzeugen kann eine Handcrew dann ihre volle Schlagkraft entfalten.

Eine schnelle Einsatzbereitschaft ist dadurch gegeben, dass für den Transport alle Einsatzmaterialien wie Handwerkzeuge, Motorkettensägen, kleine Pumpen mit Schläuchen und Armaturen, Kommunikations- und Einsatzlogistik in Transportkisten verpackt und ständig einsatzbereit sind. Eine Handcrew umfasst je nach Einsatzlage 10 bis 20 Mitglieder.

28 Waldbrandspezialisten in Brandenburg ausgebildet

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Kloster Lehnin, 23. Juni 2020. In einer dreistufigen Ausbildung wurden in der vergangenen Woche 28 Spezialisten für die Vegetationsbrandbekämpfung der internationalen Hilfsorganisation @fire ausgebildet. Der siebentägige Lehrgang fand in Kloster Lehnin (Brandenburg) statt. Auch die örtliche Feuerwehr wurde eingebunden und konnte sich weiterbilden.

Bereits am vergangenen Wochenende hatten die 28 Lehrgangsteilnehmer, die Ausbilder und das Organisationsteam ihre Zelte im Gewerbepark Damsdorf in der Gemeinde Kloster Lehnin unweit von Brandenburg und Potsdam auf dem Firmengelände des @fire-Fördermitglieds Jola-Rent aufgeschlagen. Los ging es dann am Montag mit dem zweitägigen "WFF-Basic"-Lehrgang. Mit den Themen Vegetation, Meteorologie, Taktik, grundlegende persönliche Schutzausrüstung, Sicherheit im Einsatz sowie Geräte- und Fahrzeugkunde bildet der Lehrgang die Grundausbildung in der Vegetationsbrandbekämpfung und ist Voraussetzung für jeden Einsatz.

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Anschließend ging es mit dem "WFF-Specialist"-Lehrgang weiter, der die Teilnehmer sehr umfangreich zu Spezialisten in der Vegetationsbrandbekämpfung ausbildet. Die wasserlose Brandbekämpfung, Brandbekämpfung in schwierigem Gelände, Gebäudeschutz, erweiterte Erste Hilfe, Pump and Roll, simple und progressive Schlauverlegung, Einsatz verschiedener Handwerkzeuge und Pumpen, Shelter-Training und Sicherheitsgrundsätze sind nur einige der Themen. Auch ein Orientierungsmarsch mit Stationsausbildung über den richtigen Einsatz von Motorkettensägen, das Erheben von Wetterdaten, den korrekten Umgang mit Handwerkzeugen sowie dem Lesen der Vegetation und des Brandverhaltens war Ausbildungsbestandteil, ebenso wie ein zehn Kilometer langer Marsch mit dem Anlegen eines 150 Meter langen Wundstreifen.

Zum Abschluss fand der zweitägige "Ignition Specialist"-Lehrgang statt, bei dem die Teilnehmer den taktischen Feuereinsatz und das kontrolliertes Brennen lernen. Nach den Grundlagen wurde der Feuereinsatz praktisch geübt. Auf dem Gelände wurde ausgelegtes Stroh kontrolliert in Brand gesteckt. Eine Delegation der Feuerwehren der Gemeinde Kloster Lehnin konnte diese Gelegenheit nutzen, den Einsatz von Handwerkzeugen und Löschrucksäcken zu üben und sich mit den Waldbrandspezialisten auszutauschen.

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Die Lehrgänge orientieren sich an den internationalen Standarts der National Wildfire Coordinating Group (NWCG) und den EuroFire Standards. Im Vorfeld war von den Teilnehmern eine ärztliche Untersuchung nach G26.3, ein mehrwöchiges Onlinetraining, ein medizinischer Check vor Ort sowie ein Sporttest (Packtest) erfolgreich abzulegen.

Auch ein Interessententreffen des Teams 3-61 Berlin-Brandenburg fand im Rahmen der Lehrgangswoche statt. 40 Teilnehmer waren gekommen, um sich über die Hilfsorganisation und die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft zu informieren.