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Waldbrandbekämpfung // WFF

Seit nunmehr fast 20 Jahren befasst sich @fire mit der Ausbildung ihrer Mitglieder in der überregionalen Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung und verfügt so mittlerweile über ständig einsatzbereite Spezialkräfte. Diese Crews sind spezialisiert auf

  • den Schutz von Häusern (structure protection)
  • den schnellen Erstangriff eines Brandherdes (initial attack) ggf. auch per Helikopter
  • das direkte Arbeiten an der Flammenfront (hot lining)
  • das indirekte Arbeiten an der Feuerfront durch Anlegen von Schutzschneisen und dem Ausbrennen dieser Schneisen (Burnout)

Der Vorteil dieser Crew ist die schnelle Einsatzbereitschaft, der problemlose Transport und die hohe Mobilität. Nicht nur in schwer zugänglichen Regionen hat sich diese Einsatzform bewährt. In der Kombination mit Wasserabwürfen von Flugzeugen / Helikoptern und sofern das gelände zugänglich ist mit Löschfahrzeugen kann eine Handcrew dann ihre volle Schlagkraft entfalten.

Eine schnelle Einsatzbereitschaft ist dadurch gegeben, dass für den Transport alle Einsatzmaterialien wie Handwerkzeuge, Motorkettensägen, kleine Pumpen mit Schläuchen und Armaturen, Kommunikations- und Einsatzlogistik in Transportkisten verpackt und ständig einsatzbereit sind. Eine Handcrew umfasst je nach Einsatzlage 10 bis 20 Mitglieder.

Waldbrandeinheit aus NRW mit @fire-Fachberatern im Einsatz in Griechenland

Seit drei Tagen ist die Waldbrandeinheit aus NRW in Griechenland im Waldbrandeinsatz tätig. Vier Fachberater von @fire unterstützen den Einsatz. Nach der Ankunft am Dienstag in der Region Peleponnes bezogen die 57 Einsatzkräfte ihr Basislager an einem Stausee in der Nähe der Stadt Tropea. Ursprünglich sollte dieses in der Nähe der Ortschaft Heria errichtet werden. Da sich jedoch abzeichnete, dass dieser Bereich durch die starken Winde auch vom Feuer betroffen sein wird, wurde der Standort der Basis geändert. Die Waldbrandeinheit aus NRW versorgt sich im Basislager komplett autark, auch die Verpflegung wird durch mitgeführte Kräfte sichergestellt.

Nach der Einweisung der Einsatzkräfte durch die örtlichen Behörden und das Vorauskommando der Feuerwehr Bonn sowie der Abstimmung mit örtlichen Feuerwehrkräften und weiteren ausländischen Einheiten, teilte sich die Waldbrandeinheit für die kommenden Tage in zwei Teams auf. Während eine Hälfte im Brandeinsatz ist, kümmert sich das andere zweite Team um das Lager und die Wartung und Pflege der eingesetzten Geräte.

Für das Team im Außeneinsatz beginnt der Arbeitstag um 07:00 Uhr. Nach dem Erhalten des Einsatzauftrags erfolgt die Anfahrt zum Einsatzort. Da die Einsatzstellen außerhalb der Hauptstraßen häufig in unwegsamen Gelände liegen, ist hier eine genaue Planung der Anfahrt nötig. Nach dem Eintreffen arbeiten die Kräfte in der Regel nahezu autark. Von den örtlichen Behörden sind ortskundige Einweiser dabei, die das Team unterstützen.

In den ersten beiden Tagen waren die eingesetzten Einheiten neben Löscharbeiten besonders bei der Wasserversorgung gefragt. Mit den Tanklöschfahrzeugen wurde Löschwasser zu abgelegenen Einsatzstellen gebracht, um den dort tätigen Kräften das Arbeiten zu ermöglichen. An einem zentralen Ortsplatz wurde eine mobile Löschwasserentnahmestelle errichtet und immer wieder aufgefüllt, an der die Löschfahrzeuge des Einsatzabschnitts wieder mit Löschwasser befüllt werden konnten.

Am heutigen Freitag hat sich die Lage vor Ort etwas entspannt. Viele Feuer sind unter Kontrolle. Derzeit sind die Kräfte aus NRW, bei weiterhin hohen Temperaturen, hauptsächlich mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Dabei geht es vor allem darum, versteckte Glutnester aufzufinden und abzulöschen. Dies klingt zunächst trivial, ist jedoch enorm wichtig, um zu verhindern, dass bei auffrischendem Wind das Feuer wieder aufflammt. Häufig sind die Glutnester im Boden oder hinter Baumrinden verborgen. Dementsprechend muss mit Werkzeugen der Boden sowie die Baumrinde aufgebrochen werden, ehe die Glutnester mit Wasser abgelöscht werden. Dies ist bei den herrschenden Außentemperaturen um 40° C sehr anstrengend. Es wird sehr genau darauf geachtet, dass die Einsatzkräfte regelmäßige Pausen machen und genug Trinkwasser zu sich nehmen.

Trotz der Strapazen ist die Stimmung bei den eingesetzten Kräften sehr positiv. Die Rückkehr der Einheit wird in der kommenden Woche erwartet. Derzeit beginnen die Planungen für die Rückkehr. Insgesamt sind 57 Kräfte der Feuerwehren Bonn, Königswinter und Leverkusen, des DRK Bonn und MHD Bonn sowie Fachberater der Hilfsorganisation @fire vor Ort.

Quelle: Feuerwehr Bonn