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Waldbrandbekämpfung // WFF

Seit nunmehr fast 20 Jahren befasst sich @fire mit der Ausbildung ihrer Mitglieder in der überregionalen Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung und verfügt so mittlerweile über ständig einsatzbereite Spezialkräfte. Diese Crews sind spezialisiert auf

  • den Schutz von Häusern (structure protection)
  • den schnellen Erstangriff eines Brandherdes (initial attack) ggf. auch per Helikopter
  • das direkte Arbeiten an der Flammenfront (hot lining)
  • das indirekte Arbeiten an der Feuerfront durch Anlegen von Schutzschneisen und dem Ausbrennen dieser Schneisen (Burnout)

Der Vorteil dieser Crew ist die schnelle Einsatzbereitschaft, der problemlose Transport und die hohe Mobilität. Nicht nur in schwer zugänglichen Regionen hat sich diese Einsatzform bewährt. In der Kombination mit Wasserabwürfen von Flugzeugen / Helikoptern und sofern das gelände zugänglich ist mit Löschfahrzeugen kann eine Handcrew dann ihre volle Schlagkraft entfalten.

Eine schnelle Einsatzbereitschaft ist dadurch gegeben, dass für den Transport alle Einsatzmaterialien wie Handwerkzeuge, Motorkettensägen, kleine Pumpen mit Schläuchen und Armaturen, Kommunikations- und Einsatzlogistik in Transportkisten verpackt und ständig einsatzbereit sind. Eine Handcrew umfasst je nach Einsatzlage 10 bis 20 Mitglieder.

Internationaler Lehrgang Technical Fire Managament in Katalonien

Im vergangenen Oktober nahmen vier @fire-Führungskräfte aus ganz Deutschland an einem speziellen Kurs der Pau Costa Foundation für die Verwendung von Nutzfeuern in bewaldeten Gebieten in Spanien teil. Alle teilnehmenden @fire-Mitglieder sind besonders erfahrene Einsatzkräfte, mit dem Laufbahnstatus des Wildlandfirefighting-Specialists inkl. Befähigung und Ausbildung zur Einsatzführung.

Der fünftägige englischsprachige Lehrgang im Bereich des Technical Fire Managements, beinhaltete die Vermittlung von Grundlagen in der Meteorologie, Feuerökologie und systemischen Verwendung von Nutzfeuereinsätzen zur Prävention, als auch taktischen Bekämpfung von Vegetationsbränden. So wurden unter anderem Thematiken wie die Durchführung eines Vor-oder Gegenfeuers, theoretisch wie auch praktisch trainiert. Hierfür war es bereits vorab nötig gewesen, im Selbststudium einige Fachlektüren vorbereitend zu lernen, um anschließend die ersten Tage im Institut de seguretat pública de catalunya (Feuerwehrakademie Katalonien) verbringen zu können.

Zusammen mit 10 weiteren Führungskräften aus den Niederlanden, Italien, Nordirland, Spanien und den USA wurden nach den anfänglichen inhouse Tagen in Barcelona, die ersten präventiven Feuer im Hinterland von Katalonien unter Anleitung von zahlreichen Instruktoren und Dozenten der PauCosta Foundation und einer spanischen Feuerwehrspezialeinheit für Waldbrände (GRAF-Einheit) gelegt. Insgesamt konnten über die Ausbildungswoche verteilt, mehr als 100 Hektar Waldflächen rund um Manresa und Montblanc durch den kontrollierten Nutzfeuereinsatz erfolgreich bearbeitet werden. In Katalonien findet diese Form des Forstmanagements, ausserhalb der Waldbrandsaison bis zu einhundertmal pro Zwischensaison statt.

Besonders bemerkenswert ist die zielgerichtete strategische Umsetzung gewesen, wobei man ein besonderes Augenmerk auf eine ressourcenschonende Begleitung der Brennvorhaben gelegt hatte. Schließlich wurde jedes Brennvorhaben mit nur einem Tanklöschfahrzeug als Sicherheitsmaßnahme begleitet. In Anbetracht des strategischen Feuereinsatzes, war jedoch zu keiner Zeit eine Intervention mit Löschwasser notwendig, sodass einzig Nachlöscharbeiten mit speziellen Verfahren im Randbereich der abgebrannten Gebiete durchgeführt worden waren.

Dieser vergangene Lehrgang in Spanien, ist der erste einer ganzen Reihe, für den taktischen Nutzfeuereinsatz. Unseren Mitgliedern wurde durch eine Kooperation mit der PauCosta Foundation die Möglichkeit eröffnet, verschiedene Lehrgänge und Laufbahnen in den kommenden Jahren zu absolvieren. Sowohl die spanischen Einsatzkräfte, als auch die @fire-Mitglieder erhalten im Rahmen ihrer jeweiligen Laufbahn eine intensive Ausbildung, stark angelehnt an die US-amerikanischen Vorgaben der National Wildfire Coordination Group.

Durch die sehr ähnliche Ausbildung und identischen Fachterminologie, ist es möglich Hand in Hand zusammenzuarbeiten und voneinander lernen zu können. Durch ein gemeinsames Handeln und Bündelung der jeweiligen Stärken sowie Kompetenzen ist es uns ebenso möglich, diverse Inhalte der Vegetationsbrandbekämpfung auch in Deutschland lehren zu können. Daher findet im Rahmen der seit 2019 andauernden Kooperation, bereits im November 2021 ein weiterer Feueranalyselehrgang der PauCostaFoundation zusammen mit @fire in Deutschland statt.