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Waldbrandbekämpfung // WFF

Seit nunmehr fast 10 Jahren befasst sich @fire mit der Ausbildung ihrer Mitglieder in der überregionalen Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung und verfügt so mittlerweile über ständig einsatzbereite Spezialkräfte. Diese Crews sind spezialisiert auf

  • den Schutz von Häusern (structure protection)
  • den schnellen Erstangriff eines Brandherdes (initial attack) ggf. auch per Helikopter
  • das direkte Arbeiten an der Flammenfront (hot lining)
  • das indirekte Arbeiten an der Feuerfront durch Anlegen von Schutzschneisen und dem Ausbrennen dieser Schneisen (Burnout)

Der Vorteil dieser Crew ist die schnelle Einsatzbereitschaft, der problemlose Transport und die hohe Mobilität. Nicht nur in schwer zugänglichen Regionen hat sich diese Einsatzform bewährt. In der Kombination mit Wasserabwürfen von Flugzeugen / Helikoptern und sofern das gelände zugänglich ist mit Löschfahrzeugen kann eine Handcrew dann ihre volle Schlagkraft entfalten.

Eine schnelle Einsatzbereitschaft ist dadurch gegeben, dass für den Transport alle Einsatzmaterialien wie Handwerkzeuge, Motorkettensägen, kleine Pumpen mit Schläuchen und Armaturen, Kommunikations- und Einsatzlogistik in Transportkisten verpackt und ständig einsatzbereit sind. Eine Handcrew umfasst je nach Einsatzlage 10 bis 20 Mitglieder.

Warum man auch nicht einfach so in den Amazonas fliegen kann. Obwohl es vielleicht angebracht wäre.

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Der Aufschrei ist groß. Dramatische Bilder, komplett gefakte Bilder, frisierte Meldungen und richtige Meldungen über das, was im Amazonasbecken brennt, füllen Medien und das Internet. Und da Klimaschutz ebenfalls in aller Munde ist, steigert sich das Ganze in ein unüberschaubares Stakkato inkl. relativierender Artikel dass alles gar nicht so schlimm ist. Wie schlimm ist es wirklich? Schlimmer als sonst? Wir wissen es nicht genau. Was aber anders ist - gegenüber früheren Jahren, in denen es auch schon dort brannte oder gegenüber Bränden in Gebieten, die medial eher uninteressant sind (Sibirien, Indonesien) ist die öffentliche Wahrnehmung dieser Brände anders - man will es nicht tolerieren das es dort in diesem Umfang brennt. Und das ist ja nun schon mal ein guter Anfang.

(Anmerkung: Ja, es sind im Wesentlichen wirtschaftliche Gründe, warum es da gerade brennt. Wo es bestimmt sinnvoll wäre, sich einmal zu überlegen, wieviel Nutella und Angus T-Bone Steaks jeder von uns wirklich braucht. Das ist zwar unangenehm, aber oft nachhaltiger als sich in Facebook und co. zu empören...)

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Auslandstraining auf Zypern

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3rd International Forest Fire Training Camp 2019. @fire Internationaler Katastrophenschutz hat seit seiner Gründung 2002 in jedem Jahr an verschiedenen Trainings rund um den Globus in den Bereichen Waldbrandbekämpfung und Trümmerrettung teilgenommen. Im Waldbrandbereich hat jedes Land unterschiedliche technische und taktische Vorgehensweisen und die verschiedenen landschaftlichen und klimatischen Bedingungen verlangen eine Reaktion auf jede Veränderung.

Drei Mitglieder von @fire Internationaler Katastrophenschutz haben in diesem Sommer ein Trainingscamp auf der Mittelmeerinsel Zypern besucht, um sich mit den dortigen Methoden der Waldbrandbekämpfung vertraut zu machen.

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Kolumne: Die neue Normalität?

https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/katastrophen/id_86039600/waldbraende-in-deutschland-katastrophenschutz-ist-schlecht-gewappnet.html

Dieser Artikel sorgt für Furore und Empörung im (feuerwehrrelevanten Teil des) Internets.

Die Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden obliegt überwiegend ehrenamtlichen Kräften und es ist hier unbedingter und uneingeschränkter Respekt vor deren Einsatzswillen, Motivation und Leitungen zu zollen. Formulierungen wie "Brandhelfer" sind hier nicht hilfreich und das gewollte (?) Herabsetzen ehrenamtlicher Strukturen verurteilen wir.

Auch gibt es nach den Waldbränden in 2018 zahlreiche Initiativen auf den verschiedenen politischen und fachlichen Ebenen gegeben, die sich mit Verbesserungen in Ausbildung und Ausstattung befassen. Die Umsetzung dauert halt im föderalen System etwas.

Der Artikel kann aber auch Anlass dazu geben, die Lehren der Vergangenheit und die Bedrohungen der Zukunft genauer zu betrachten und die Feuerwehren dementsprechend aufzustellen. Was ist, wenn wir in 10 Jahren zurückblicken und sagen: "Ja, 2018/19 da fing es an. Und von da an wurde es nicht mehr besser". Was ist, wenn die Waldbrände von 2018/19 zur Normalität werden...

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Grafik: DWD

Es vergeht kein Tag, an dem nicht neue Vorschläge gemacht werden, wie die Feuerwehren verbessert werden müssten. Auch wir haben hier sehr genaue Vorstellungen, die unter anderem darauf basieren, dass wir pro Jahr bis zu 1000 Feuerwehrleute ausbilden (mehr können wir trotz entsprechender Anfragen beim besten Willen nicht leisten) und daher ziemlich genau wissen, wo der Schuh drückt.

Ein wesentlicher Punkt ist die Ausbildung von Führungskräften. Dies fängt beim Gruppenführer an, der im Erstangriff die richtigen Prioritäten setzen muss, um mit den meist begrenzten Mitteln eine weitere Ausbreitung zu verhindern und dabei die Sicherheit der Einsatzkräfte im Fokus zu halten (kein Baum, kein Wald ist es Wert, das Leben von Feuerwehrleuten dafür zu riskieren!) und hört bei der Ausbildung von Einsatzstäben auf, die auch große Waldbrandlagen effektiv managen und auch ungewöhnliche Einsatzmittel kennen und anfordern sollten. In diesem Bereich - so das Feedback an uns - scheint es noch deutlichen Nachholbedarf zu geben.

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AFFF: Eines von mehreren taktisches Grundschemata für den Erstangriff

Ein anderer Punkt, für den wir zeitnah Lösungen finden müssen sind die Brände in munitionsverseuchten Bereichen. Das ist ein flächendeckendes Problem in Deutschland, ganz gewiss nicht da der anliegenden Kommunen. Wir haben nicht nur Truppenübungsplätze diverser Streitkräfte, wir hatten auch einen Weltkrieg, der quer über das Land gezogen ist und uns auch an unerwarteten Stellen überrascht - siehe den Waldbrand im märkischen Kreis 2018. Wie die Lösung aussieht, wenn es sie gibt - da gibt es viele Ansätze: Panzer, geschützte Löschfahrzeuge, ferngesteuerte Drohnen zum Wundstreifen anlegen und löschen, taktischer Feuereinsatz etc. etc. Wir sind uns jedoch sicher, dass gerade Deutschland als eine der führenden Industrienationen in Sachen Umwelt- und Klimaschutz hier Lösungen finden könnte, wenn der Wille (und die Mittel) da wären.

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https://www.pozary.cz/clanek/179970-zachranny-utvar-hzs-cr-prevzal-dvojici-cisternovych-zodolnenych-strikacek-tatra-titan-ctyrmistna-kabina-odola-explozi-protitankove-miny/

All diese Vorschläge haben eins gemeinsam: Sie kosten Geld. Ob es nun neue Löschfahrzeuge, neue leichte Schutzkleidung, verbesserte Ausbildung oder auch 10 neue Hubschrauber sind. Und an dieser Stelle wäre es einfach klasse, wenn die über eine Million deutscher Feuerwehrangehörigen gegenüber den Geldgebern in den Kommunen, Ländern und beim Bund dies auch mit möglichst lauter und vereinter Stimme vortragen. Gelingt es uns nicht, unser Anliegen hier deutlich zu überbringen, werden wir den Herausforderungen von Morgen mit den Möglichkeiten von Gestern gegenüber stehen.

Jan Südmersen
Vorsitzender @fire

Einsatzqualifikation Oberfranken April 2019

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Stockheim. Bereits im April absolvierten insgesamt 13 Mitglieder von uns ihre Einsatzqualifikationsübung für das Jahr 2019. Geübt wurde in der Gemeinde Stockheim Oberfranken im schönen Frankenwald, zusammen mit weiteren 8 örtlichen Einsatzkräften. Diese hatten bereits im Vorfeld eine Grundlagenschulung durch @ fire erhalten. Im Fokus des Übungswochenendes standen:

  • Auffrischung der Theorie
  • Auffrischung>Einsatz Handwerkzeug und Wasserrucksack
  • Auffrischung>Einsatz Motorsäge
  • Auffrischung>Schlauchmanagement (Lange Schlauchstrecke mit C-Schläuchen)
  • Auffrischung>Einsatz von Pumpen
  • Auffrischung>Wasserversorgung mit Güllefass

Highlight des Wochenendes waren die beiden Übungsszenarien mit Realfeuer, die von den Teilnehmern innerhalb kurzer Zeit abgearbeitet werden mussten. Einmal das „Rödern Fire“ welches sich in einem Waldstück mit Fichtenbewuchs befand. Das letzte Wegstück dorthin war nur fußläufig erreichbar. Um Wasser an die Einsatzstelle zu befördern wurden über 250 m mit C-Schläuchen überbrückt. An der Einsatzstelle wurde das Feuer mittels progressiever Schlauchverlegung umkreist und anschließend abgelöscht.

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Waldbrandspezialisten unterstützen Feuerwehr Storkow

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Storkow. Aufgrund der derzeit sehr angespannten Waldbrandsituation im Landkreis Oder-Spree unterstützen die @fire-Helfer derzeit die Freiwillige Feuerwehr Storkow im Osten Brandenburgs. Neben zahlreichen kleineren Wald- und Flächenbränden beschäftigt die Feuerwehren der Region vor Allem ein Großbrand zwischen Wiesenau und Ziltendorf auf rund 120 Hektar Wald. In der Lieberoser Heide sind zahlreiche weitere Einsatzkräfte bei einem Waldbrand auf rund 100 Hektar im Einsatz. In beiden Fällen sind die Flächen mit Munition belastet, was die Löscharbeiten zusätzlich erschwert.

Die speziell in der Waldbrandbekämpfung ausgebildeten und mit Spezial-Equipment ausgerüsteten Helfer von @fire unterstützen daher wie bereits im vergangenen Jahr die Einsatzkräfte in Storkow. Neben einem Geländelöschfahrzeug (ATV) wurde ein Großtanklöschfahrzeug (GTLF) mit 23.000 Liter Wasser und ein Wechselladerfahrzeug (WLF) mit einem Abrollbehälter-Waldbrand mit 6.000 Liter Wasser bei der Feuerwehr Storkow stationiert.

Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) weist weiterhin die höchste Warnstufe für weite Teile Brandenburgs aus. Erst in den kommenden Tagen soll die Waldbrandgefahr wieder abnehmen.

Das 10. Fachsymposium „Wipfelfeuer“ – Größer und relevanter als je zuvor

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Ludwigslust. Am 22.06.2019 fand das mittlerweile 10. und größte Fachsymposium zur Waldbrandbekämpfung für den deutschsprachigem Raum in Ludwigslust, Mecklenburg-Vorpommern statt. Die Relevanz und Veränderung der Vegetationsbrandbedeutung zeigte sich nicht nur in der hohen Anzahl von mehr als 350 Teilnehmern und Ehrengästen.

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„Waldbrandschutz ist Klimaschutz“, so brachte es Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), bei der Eröffnung des Fachsymposiums auf den Punkt. Der DFV hatte neben dem Land Mecklenburg-Vorpommern, die diesjährige Schirmherrschaft übernommen. Für das Land sprach Landesbranddirektor Uwe Becker, unmittelbar nach dem Luwigsluster Bürgermeister Mach.

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Ausbildung bei der Feuerwehr Bensheim

WFF

Bensheim. Die Feuerwehr Bensheim hat auf Grund der sich ändernden Gefahrlage und Einsatzschwerpunkte gemeinsam mit @fire eine Ausbildung im Bereich Vegetationsbrandbekämpfung durchgeführt. Im theoretischen Teil, dessen Schwerpunkt auf Einsatzgrundsätzen und Sicherheit lag, konnten die Bensheimer Kameraden sehr stark von den Einsatzerfahrungen unserer Mitglieder bei den Einsätzen im In- und Ausland profitieren.

Bei der praktischen Ausbildung wurde dann verstärkt darauf geachtet möglichst viel Erfahrung am Feuer mit unterschiedlichen Einsatzoptionen zu gewinnen. Nach einer kurzen praktischen Einweisung auf die Handwerkzeuge startete die Arbeit am Feuer. Zuerst wurde ein Testfeuer beobachtet, um die Einflüsse des Wetters zu beobachten und um ein Gefühl für die Hitzeentwicklung eines Flächenbrandes zu bekommen. Im weiteren Verlauf des praktischen Teils wurden dann neben dem klassischem Vorgehen mit Handwerkzeugen und Löschrucksack auch die sogennante Pump & Roll Technik, sprich die Wasserabgabe während langsamer Fahrt mittels Fahrzeugen geübt. Großes Augenmerk wurde auf das sichere Arbeiten, insbesondere den Angriff mit dem Wind gelegt, um die Rauchbelastung für die Kräfte möglichst gering zu halten.

Die fünf Mitglieder von at-fire die die Ausbildung durchführten waren von dem Engagement der Teilnehmer und der Führungsebene sehr angetan. Hier zeigt sich dass die Feuerwehren inzwischen realisiert haben, wie stark sich der Einfluss des sich ändernden Klimas auf das Einsatzgeschehen auswirkt und bereits die entsprechenden Maßnahmen, wie z.B. eine entsprechende Ausbildung, ergreifen.